Mein persönlicher Favorit ist “Sleeping Beauty”. Meiner Meinung nach, hat dieser Film das beste Verhältnis von guter Idee (sehr wichtig für einen Kurzfilm) und künstlerischer Umsetzung. Ebenfalls sehr gelungen finde ich French Roast. Allerdings ist die Idee sehr einfach…
Mein persönliche Reihenfolge:
1. Granny O’Grimm’s Sleeping Beauty von Kathleen O’Rourke
2. French Roast von Fabrice O. Joubert (und irgendwie auch von Nicolas Marlet )
3. The lady and the Reaper von Javier Recio Gracia und Kandor Moon
4. Wallace And Gromit – A Matter Of Loaf And Death von Nick Park
5. Logorama von H5 Studios
Wir werden sehen, wie die AMPAS entscheidet… Nick Park ist mit seinen bisherigen 4 Oscars sicherlich einer der Favoriten, aber wir werden sehen – oder hier lesen
Am 7. März werden dieses Jahr die Academy Awards vergeben.
Traditionell liegt das Hauptaugenmerk auf den großen Kinoproduktionen, aber seit kurz sind auch die Nominierungen für den “besten animierten Kurzfilm” bekannt… In den nächsten Tagen werde ich diese 5 Filme hier kurz vorstellen.
So mittlerweile habe ich alle Filme kurz vorgestellt und kommentiert. zeit für die große Abstimmung… Ich habe ja meinen persönlichen Favoriten, den werde ich aber erst kurz vorher veraten…
Welcher Film gewinnt den Oscar für den besten Kurzfilm?
Nun was soll man zu “Wallace And Gromit” noch großartig sagen… Ich habe diesen Kurzfilm schon vor der Nominierung auf BBC gesehen und er ist typisch Wallace und Gromit: Lustige Tüfteleien, ein intelligenter Gromit (der Hund) und ein tapsiger Wallace, der -wie auch schon in “W&G: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“- auf etwas unsicheren Freiers Füßen unterwegs ist. Das ist evtl. auch schon das Hauptproblem diese Films; die beiden Charaktere sind gut eingeführt und Wallace als Liebhaber taugt kaum. Die Handlung bleibt deswegen auch leider etwas flach, was aber durch die geniale “Knetfigur”-Animation wieder wettgemacht wird.
Mit 29 Minuten ist der Film nicht gerade ein klassischer “Kurzfilm”, allerdings noch deutlich unter der Höchstgrenze von 40 Minute für Kurzfilme bei den Oscars. Persönlich finde ich kurze Kurzfilme besser, da es ja gerade den Reiz dieses Formates ausmacht, in begrenzter Zeit eine Geschichte zu erzählen. Aber nominiert ist nominiert und sehenswert ist er allemal:
The “French Roast” ist ein Film von Fabrice O. Joubert, der völlig ohne Sprache und Dialog über das “Schein und Sein” philosphiert. Besonders gelungen ist das Design der Charaktere die maßgeblich nach gezeichneten Entwürfen von Nicolas Marlet entstanden, der auch die Figuren viele bekannter Hollywoodproduktion entworfen hat (Over the Hedge, Kung Fu Panda etc… Ein paar schöne Grafiken findet ihr hier) . Insbesondere der Bettler ist ihm sehr gelungen.
Die besondere Kameraführung mit der Beschränkung auf nur eine Bewegungsachse gibt dem Film das Flair eines Theaterstückes, was auch ausdrücklich vom Autor gewünscht ist.
Insgesamt lebt der Film mehr vom dem Flair der 60er und der sorgfältigen Animation der Figuren als von der eigentlichen Geschichte, die recht einfach und voraussehbar ist. Nichtsdestotrotz ein sehr gelungener und künstlerisch schöner Kurzfilm:
Logorama versucht die “Übervermarktung” unserer Welt darzustellen, in dem ein Welt erschaffen wird, die ausschließlich aus real existierenden Marken besteht. Der Film wurde von dem französischen Studio H5 produziert, welches normalerweise Grafiken im Bereich Musik und Luxusartikel erstellt. So besehen, sehen wir hier vielleicht auch eine kleine Selbstkritik.
Die Angaben über den Autor sind im Netzt etwas widersprüchlich. Während die Oscar-Seite Nicolas Schmerkin angibt, waren laut H5 François Alaux, Hervé de Crécy und Ludovic Houplain maßgeblich beteiligt. Der Film selbst verrät nicht von wem er gemacht wurde (Evtl. sehen wir aber auch ein gekürzte Version im Netz?) Neben der Nominierung zum Oscar gewann der Film diverse Auszeichnungen, die Ihr alle hier nachschauen könnt…
Meiner Meinung nach liegt dem Film eine sehr gute Idee zu Grunde, allerdings fehlt mir als Europäer der Wiederekennungswert vieler Marken, die wohl hauptsächlich auf dem amerikanischen Markt bekannt sind… und ganz ehrlich die Handlung erscheint mir auch sehr amerikanisch… aber bildet Euch selbst eine Meinung:
“Granny Grimm ist die bester Großmutter der Welt!… zumindest wollte Sie das sein, bevor sie ein ganzes Leben voller Rachsucht gegen die Welt und jeden der in ihr lebt durchleben musste…”
So zumindest charakterisiert Kathleen O’Rourke den Hauptcharakter in dem vom irischen Animationsstudio “Brown Bag” unter der Leitung von Nicky Phelan produziertem Kurzfilm “Granny O’Grimm’s Sleeping Beauty“. Die Autorin und Erfinderin spricht in selbigem Film auch die Granny Grimm, welche in ihrer eigenen bitterbösen Version von Dornröschen zunehmend ihrer eigene Lebenserfahrung und Bitterkeit einbaut. Eine durchweg gelungene Version von Dornröschen, wenn auch ungeeignet für die Enkel
“The Lady and the Reaper” ist eine Machbarkeits- und Technologiestudie der kleinen spanischen Animationsfirma Kandor Moon. Nach ihrem ersten Film “The missing Lynx“, welcher trotz geringem Budget -nach eigenen Angaben- eine hohe Aufmerksamkeit erhalten hatte, konnte die Firma den bekannten Schauspieler Antonio Banderas als Co-partner für ihre Filmprojekte gewinnen.
Unter der (Co-)Produktion von Banderas entwickelt das kleine Studio zur Zeit einen weiteren abendfüllenden 3D-Kinofilm.
Um (Zitat) “Technik und Talent” zu testen wurde firmenintern ein Budget von 1 Millionen Euro für die beste Kurzfilmidee ausgelobt. Javier Recio Gracia gewann mit nachfolgender Idee und führte auch Regie.
Ich persönlich halte ich diesen Kurzfilm für sehr gelungen. Allerdings sind manche Szenen etwas lang und zu sehr slapstick-artig. Dennoch gelungen und auf alle Fälle 9 Minuten Eurer Zeit wert!