Das Spiel CellCraft (erst vorgestern hier vorgestellt) gewinnt zunehmend an Bekanntheit.
Mittlerweile mehren sich die kritischen Stimmen einiger Biologen die hinter dem Spiele kreationistische Propaganda vermuten. Dies beruht vor allem darauf, dass die beiden wissenschaftlichen Berater Dr. Jed Macosko und Dr. David Dewitt offensive Verfechter des Kreationismus oder auch “Intelligent Designs” sind. Die Entwickler selbst widersprechen einer kreationistischen Färbung und glauben nach eigenen Angaben an die Evolution.
Als ich das Spiel das erste mal spielte und auch ein wenig auf die biologischen Fakten achtete sind mir viele teils radikale Vereinfachungen aufgefallen, die ich so nicht gemacht hätte. Trotzdem erschienen mir die Grundprinzipien nicht falsch und prinzipiell hat das Spiel einen guten Eindruck gemacht.
Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe habe ich mir nun das Spiel nochmals angeschaut. In der Tat ist auffällig das sämtlich Hinweise auf die Evolution fehlen. Sicher – es handelt sich um eine Spiel zur Zellbiologie und nicht zur Evolution – doch an einigen Stelle in der Enzyklopädie sind diese Auslassungen schon merkwürdig. Immerhin finden sich aber auch keine Hinweise auf “Intelligent Design”. Das das Spielprinzip selbst eine kreationisitische Weltenstehung propagiert, finde ich wenig stichhaltig. Genauso könnte man die synthetische Biologie (unter anderem zurzeit durch Craig Venter bekannt) als Vorbild für diese Spiel nehmen.
Insgesamt bleibt wohl festzuhalten, dass durch das Weglassen aller Hinweise auf die Evolution dieses Spiel durchaus kombatibel mit dem Kreationismus ist. Ein Propagandaspiel kann ich darin aber nicht erkennen. Auch deswegen nicht da dieses Spiel für den Einsatz in Schulen im Rahmen des Biologieunterrichtes gedacht ist … und im Zweifel wird der Lehrer mehr Einfluss haben als ein kurzes Computerspiel!
